Kranker Umgang mit Kranken bei Daimler

Stuttgarter Zeitung vom 22. September 2007:

Der Schatten hinter dem Stern

In Untertürkheim wird mit beinharten Bandagen gekämpft

Der Stern ist das Symbol. Er glänzt und funkelt, und er ist die Kulisse, hinter der jene verborgen sind, die ihn Tag für Tag schaffen: die Daimler-Arbeiter. Sie sehen keinen Grund, sich in seinem Licht zu sonnen. Sie werden eher krank.

von Josef-Otto Freudenreich

aus alternative Nr. 39 September 2007 Krankenjagd und Datenschutzverstöße verursachen

Klimakatastrophe im Werk Untertürkheim

 

Ständige Leistungsverdichtung. Ein WOB - oder KVP - Projekt jagt das andere. Die Profitsteigerung hat bei Vorstand und Werkleitung oberste Priorität. Mit immer weniger Menschen soll immer mehr geleistet werden. Und diejenigen, die bei dem hohen Arbeitstempo physisch oder psychisch nicht mehr mithalten können, bleiben dabei auf der Strecke, werden immer häufiger krank und geraten somit in‘s Visier der „Krankenstandsverfolger“. Anstatt den Schwerpunkt auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu legen, wird unter dem Deckmantel der Fürsorgepflicht bei nahezu jedem Krankenfall hinterher geschnüffelt. Wer in den Augen der Vorgesetzten so genannte „auffällige Fehlzeiten“ aufweist, wird zum Kandidat am runden Tisch. Dort wird dann meist ohne Wissen der Betroffenen und ohne Rücksicht auf den Datenschutz der Inhalt von Rückkehrgesprächen samt Krankheitssymptomen und -diagnosen in großer Runde offen gelegt.

aus alternative Nr. 38 September 2007 Werkleitung drangsaliert Beschäftigte und Betriebsräte und missachtet dabei Recht und Gesetz

 Im Zuge des fortgesetzten Personalabbauwahns versucht die Werkleitung die Daumenschrauben anzuziehen und rückt den KollegInnen mit speziellen Teams der Personalabteilung auf den Leib. Unter dem Vorwand der Fürsorge finden massenhaft „Krankenrückkehrgespräche“ statt, offensichtlich mit dem Ziel kranke und nicht mehr so leistungsfähige Beschäftigte loszuwerden. Das „Disziplinarteam“ sammelt akribisch ahndbare Verstöße, um mit einem möglichst großen Sündenregister die Rechtfertigung für Kündigungen aufzubauen. Häufig überschreiten die „Personalverfolger“ dabei die Schamgrenzen und verstoßen auch noch selbst gegen Vereinbarungen und Gesetze.

aus alternative Nr. 34 Mai 2007 Rasterfahndung und Datenvorratsspeicherung  

 

Wie bereits in alternative Nr.29 berichtet haben wir uns wegen den gravierenden Datenschutzverstößen in Zusammenhang mit den „Runden Tischen Gesundheit und Leistung“ an die zuständige Behörde im Innenministerium Ba- Wü gewandt. Eine Expertise des Referatsleiters zum Umgang mit besonders schutzwürdigen und sensiblen personenbezogenen Daten (Krankendaten) bestärkt uns in der Annahme, dass die Werkleitung in gesetzwidriger Weise mit einer Art Rasterfahndung und Datenvorratsspeicherung individuelle Krankheitsdaten verarbeitet.

aus alternative Nr. 29 Februar 2007 Schluss mit Krankenjagd und Schnüffelei

Gesetzwidriges Verhalten der Werkleitung

Auf der Dezember-Betriebsversammlung verkündete die Werkleitung voller Stolz die Verringerung des Krankenstands in allen Centern des Werkes Untertürkheim. Personalchef Mauser hinterließ in seinem Bericht in Hedelfingen einen bleibenden Eindruck. Wie ein Gebrauchtwagenverkäufer pries er alle Schlechtigkeiten der Werkleitung als Wohltaten. Was sich beim besten Willen nicht Schönreden ließ, verschwieg er wie Rostflecken.

Dreiste Krankenjäger vom Personalbüro

 

Unter dem Vorwand der Fürsorgepflicht werden Kollegen die längere Zeit krank geschrieben sind ins Personalwesen einbestellt. Was Ihnen dort blüht, zeigt der Fall eines Kollegen aus der PGS/GGR.

 

Krankenjagd statt Gesundheitsschutz in PTU/PSB Zylinderkopf-produktion

400 mal pro Schicht muss Dieter Greiner einen rund 18kg schweren Zylinderkopf bewegen – auf dem Rollenband 4 mal zur Sichtkontrolle drehen und mit dem Presslufthammer die Grate wegmeißeln. Macht über 7 Tonnen pro Schicht für ihn und jeden seiner Kollegen in der Zylinderkopf-Vorbearbeitung.

© Copyright 2007 Alternative