Nach der Betriebsratswahl 2010 droht alternativen KandidatInnen der Gewerkschaftsausschluss!

Anders als in Untertürkheim, wo sich die Kandidaten der alternative quasi in letzter Minute mit der IGMetall auf ein gemeinsames Antreten einigten, sind in anderen Werken kritische Gewerkschafter mit eigenen Listen angetreten. Den KandidatInnen der angeblich "gegnerischen" Listen wird nun mit der Ausschlusskeule gedroht. Was in Untertürkheim nach der Wahl 2006 nicht passiert ist. Dabei zeigt die Entwicklung im Werk Untertürkheim, dass nur eine (selbst)kritische Auseinandersetzung mit Positionen und Streitpunkten eine gemeinsamen Interessensvertretung gegenüber Arbeitgeber und Kapital möglich macht. Unsere Position dazu.....

Ein Interview der "jungen Welt" mit Tom Adler zu diesem Thema

Vorzeitige Beendigung der Arbeitszeitreduzierung bei Daimler wird mit massiver Ausweitung der Leiharbeit teuer bezahlt

In der Daimler AG wird ab dem 1.Juni 2010 - und damit einen Monat früher als geplant - wieder zur Normalarbeitszeit zurückgekehrt. Damit entfällt für die Kolleginnen und Kollegen die 8,75%-ige Lohnkürzung. Auch für die Auslerner, die nach der unglückseligen 80/20-Vereinbarung nicht hätten übernommen werden sollen, gibt es Grund zur Freude: sie werden zumindest für ein weiteres Jahr weiterbeschäftigt. Doch dafür zahlen Betriebsrat und Beschäftigte einen hohen Preis. Im Gegenzug kann Daimler die Leiharbeit in der Produktion massiv ausweiten. Auf bis zu 8% der Beschäftigten des jeweiligen Werkes. Und ohne eine unternehmensweite Deckelung, wie es sie bisher gab. Mehr dazu in der neuen alternative......

Leiharbeit wird leider auch bei unseren Gewerkschaften immer hoffähiger. Allen anderslautenden Erklärungen zum Trotz. So hat der DGB die auslaufenden Tarifverträge mit dem Arbeitgerberverband Zeitarbeit erneuert. Obwohl jetzt die Gelegenheit gewesen wäre, echtes "equal pay" sprich gleiche Bezahlung der Leiharbeiter durchzusetzen. So sieht es das Gesetz auch vor, zumindest solange, wie es nicht von einem Tarifvertrag unterlaufen wird. Mehr dazu.....

Aktion zur Hauptversammlung 2010 der Daimler AG

Am 14. April 2010 fand in Berlin mal wieder die Hauptversammlung der Daimler AG statt. Auf diesem Treffen der großen und kleinen Aktienbesitzer kommen kritische und mahnende Stimmen traditionell weniger gut an. Trotzdem haben wir auch dieses Jahr wieder versucht, den anwesenden Aktionären klar zu machen, auf wessen Kosten die Daimler AG ihre Gewinne erzielt und was die Profitgier des Vorstands, getrieben von den Aktionären, letztlich zerstört. In einer szenischen Darstellung schlugen als Totengräber verkleidete "Zetsches" mit Sensen auf verschiedene Themen ein um diese zu zerstören. Parallel dazu wurde eine Erklärung verteilt, in der erläutert wurde, wodurch die Profitgier Arbeits- und Ausbildungsplätze, Löhne, Gesundheit, Datenschutz, Klima und Frieden zerstört. Diese Erklärung wurde auch der regionalen und überregionalen Presse zugestellt.

Einen Filmbericht, in dem auch unsere Aktion vorkommt, gibt es auf YouTube.

Zeitungsbericht zur Hauptversammlung aus der "jungen Welt"

Das Ergebnis der Betriebsratswahl im Werk Untertürkheim

Die Betriebsratswahl 2010 vom 11. - 15. März ergab folgendes Ergebnis:

Liste 1 - Zentrum 703 Stimmen 5,9% 2 Mandate
Liste 2 - UAG78 / Die Unabhängigen 933 Stimmen 7,9% 3 Mandate
Liste 3 - IG Metall 8966 Stimmen 75,7% 34 Mandate
Liste 4 - Offensive Metaller 552 Stimmen 4,7% 2 Mandate
Liste 5 - CGM 695 Stimmen 5,9% 2 Mandate

Damit sind über die gemeinsame Liste der IGM die "alternative"-Kollegen Tom Adler, Michael Clauss, Hans-Jürgen Butschler, André Halfenberg, Reiner Böhmerle, Serkan Senol, Martin Bott, Witold Müller und Mate Dosen in den neuen Betriebsrat gewählt.

 Wir gratulieren!!!

In den einzelnen Werkteilen war die IGM unterschiedlich erfolgreich. Es entfielen auf Liste 3 in

Werkteil Anteil Liste 3

gültige   Stimmen

 
Untertürkheim 68,5% 3000  
Mettingen 84,3% 4376  
Hedelfingen (mit Zuffenhausen) 73,6% 1802  
Bad Cannstatt 81,3% 620  
Entwicklung PKW 59,9% 1277  

Die Wahlbeteiligung war mit 60,5% um 8% niedriger als bei der Wahl 2006, zu der die "alternative" gezwungenermaßen mit einer eigenen Liste angetreten war.

Betriebsratswahl im Werk Untertürkheim

Vom 11. - 15. März 2010 finden im Werk Untertürkheim die turnusmäßigen Betriebsratswahlen statt. Anders als 2006 - als die alternative-KollegInnen nicht auf der IGM-Liste kandidieren durften - treten die Gewerkschafter der IGM wieder mit einer gemeinsamen Liste an. Den Weg dazu frei gemacht wurde im Rahmen des Mediationsprozesses, indem die damalige Scheibenwischer-Fraktion akzeptierte, dass einzig die Macher der alternative über deren Erscheinen oder Einstellung entscheiden. Vereinbart wurde, nach der Betriebsratswahl nach einem gemeinsamen Kommunikationskonzept zu suchen. 

Ziel der Gruppe alternative war nie, Opposition der Opposition wegen gegen die offizielle IGM im Betriebsrat zu machen. Doch sollten Entscheidungen des Betriebsrats immer mit den Beschäftigten und für diese nachvollziehbar und transparent erfolgen, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war. Und was die alternative-Kollegen auch zu Zeiten, in denen sie noch mit der IGM in einer Fraktion waren, lautstark moniert haben. Für Transparenz haben sie mit insgesamt 80 alternative-Ausgaben regelmäßig gesorgt. Schon allein daran gemessen, sind die Gruppierungen, die in Konkurrenz zur IGM zur Betriebsratswahl antreten, eben keine Alternative.

Die gemeinsame Liste der IGM wurde im Verhältnis der Mandate der ehemaligen "Scheibenwischer"- und der "alternative"-Fraktionen zusammengestellt. Jede dieser beiden Gruppierungen hat die Reihenfolge der KandidatInnen in getrennten, eigenständigen Verfahren aufgestellt. Erster Kandidat der Gruppe "alternative" ist Tom Adler auf Rang 3 der gemeinsamen Liste, ihm folgen im wählbaren Bereich Michael Clauss, Hans-Jürgen Butschler, André Halfenberg, Reiner Böhmerle, Serkan Senol, Martin Bott, Witold Müller, Mate Dosen, Georg Rapp, Miguel Revilla und Senta Bierl. Weitere 82 Kandidatinnen und Kandidaten ergänzen die alternative im Ersatz- und Unterstützerbereich.

Wer will, dass im neuen Betriebsrats weiterhin eine starke alternative Betriebsratsarbeit gemacht wird, wählt Liste 3 - IG Metall

KandidatInnen kommentieren den gemeinsamen Wahlantritt von alternative und Scheibenwischer

© Copyright 2010 Alternative